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Katzen
Zucht Katzen

 

 

 

Über Katzen - Katzen, die sanften Psychologen

(Einige nicht ganz ernst zu nehmende Gedanken über Katzen)

 

Merke: 

Als Katzenbesitzer sollten Sie alles vergessen, was Sie jemals über rationales Verhalten gelernt haben ! Die Katze erzieht den Menschen langsam, so wie es ihr gefällt.

 

Lektion 1:        Die Katze ist immer in Ihrer Nähe

Dazu gibt es zwei Standardübungen, die jeweils nach Einschätzung Ihrer Person (durch die Katze) regelmäßig eingesetzt werden oder in überraschenden zeitlichen Abständen.

Fall a)  Die Katze ist weg (in der Wohnung)

Sie kommen nach Hause und glauben, dass das Tier hinter der Wohnungstür auf Sie wartet und schnurrend einen Slalom zwischen Ihren Beinen beginnt. Statt dessen finden Sie eine durch den Briefschlitz geworfene bis zur Unkenntlichkeit zerrissene Telefonrechnung. Die Katze ist nirgends zu sehen. Sie nehmen sich nicht einmal die Zeit, die Jacke auszuziehen. Sondern laufen alarmiert von Zimmer zu Zimmer. Sie suchen unter Betten, Sesseln und Schränken, rufen das Tier bei sämtlichen Kosenamen (vielleicht auch „Muschi“ ?) und werden immer unruhiger. Die Katze beobachtet Sie dabei. Schließlich hat sie genug. Wie zufällig streckt sie aus der nicht ganz geschlossenen Kommodenschublade, aus dem Schrank oder wo immer sie sich verborgen hält, eine Pfote hervor. Sie rufen begeistert: „Da bist du ja !“ – und stoßen sich an dem Möbel heftig das Knie. Wenn Sie fähig wären, die Lage kühl zu analysieren, würde es Sie wundern, wie ruhig die Katze es auf sich nimmt, scheinbar überraschend noch nicht gefunden zu werden. Aber Sie freuen sich und haben gleichzeitig ein schlechtes Gewissen. „Was habe ich nur falsch gemacht, dass sich die arme Katze in einer Schublade verkriecht ?“ fragen Sie sich.

Wenn nach mehrmaliger Wiederholung dieser Übung der Lernerfolg ausbleibt, weil Sie nicht begreifen, dass die Katze immer in Ihrer Nähe ist, kombiniert Sie den Test mit einer Variante:

 Fall b)  Die Katze war da

Angenommen, Sie wachen nachts auf und wollen sich ein Glas Wasser holen. Sie kennen Ihre Wohnung und machen kein Licht. Kurz vor der Küchentür treten sie mit bloßen Füßen auf etwas Weiches und fahren entsetzt zusammen. Sie haben die geliebte Katze getreten. Furchtbar !

Bekanntlich können Katzen mit ihren „Radaraugen“ im Dunkeln ausgezeichnet sehen. So ist dem Tier natürlich nichts passiert. Es hatte Ihnen nur den Schwanz in den Weg gelegt – aus erzieherischen Gründen.

 

Lektion 4:        Wer ist der bessere Menschenkenner ?

Gewisse Leute können Sie nun nicht mehr einladen, zum Beispiel solche, die es nicht ertragen, wenn eine niedliche Katze an ihren Beinen hochklettert oder ohne Vorwarnung einen kühnen Sprung vom Bücherregal auf ihren Rücken wagt. Sie schreien auf, obwohl das äußerst unangebracht ist.

Achten Sie auch darauf, dass Ihre Gäste nicht irgendwelchen Krimskrams auf wichtige ständige Katzenplätze legen.

Auf zweifelhafte Zeitgenossen wird Sie die Katze nachdrücklich aufmerksam machen: Sie beschäftigt sich nämlich ununterbrochen mit ihnen. So schnuppert sie an dem Sherryglas, das Sie einem Besucher gereicht haben, und setzt sich dann vielsagend auf ihre Handtasche, um dezent anzudeuten, dass ein längeres Verbleiben nicht in ihrem Sinn ist ! Schließlich nimmt sie demonstrativ auf dem Schoß des Gastes Platz, besonders wenn er dunkel gekleidet ist und sie ein helles Fell hat oder umgekehrt. Es ist verblüffend, wie viele Haare eine so kleine Katze nicht braucht. Der anschließende Säuberungsversuch überbrückt die Zeit vom Sherry bis zum Essen auf konventionelle Art.

  

Lektion 5:        Ernähre dich so, dass deine Katze es verträgt

Im alten Ägypten bestand ein Menü aus bis zu neun Gängen; und jeder Gang konnte verdorben sein. Das hochempfindliche Geschmacksorgan der Katze machte sie zur idealen Vorkosterin. Sie durfte deshalb von jeder Speise probieren; von daher rührt wohl auch die Volksweisheit, dass eine Katze neun Leben hat.

Wenn Ihre Katze neben dem Esstisch Platz nimmt und jeden Gabelhappen besorgt beobachtet, folgt sie also lediglich einer 4000 Jahre alten Tradition. Dabei widmet sie sich bevorzugt leichtverderblichen Speisen wie  der „Forelle Müllerin“. Falls Sie den obligatorischen Probebissen vergessen, legt sie mahnend eine Pfote auf Ihr Knie. In dringenden Fällen hält sie es für geboten, die Krallen zu benutzen, auch wenn der Fisch garantiert auf den Boden fällt.

Diese Lektion ist für Frauchen/Herrchen nicht leicht; stellt sie doch an Lehrer und Schüler gewisse Ansprüche. Doch sie beantwortet die Frage, was eine Katze zu speisen wünscht, fast von selbst. Da sie genügsam ist, wird sie Ihnen von Ihrem Essen immer so viel abgeben, dass Sie auf alle Fälle noch satt werden.

 

Lektion 6:        Spiel mit mir !

Sie sitzen vor dem Fernsehgerät, die Katze direkt vor dem Bildschirm. Was tun? Sie können versuchen, das Tier abzulenken, indem Sie ein Wollknäuel in eine Zimmerecke werfen. Wenn Sie das öfter tun, fällt Ihr Liebling allerdings nicht mehr darauf rein, und sie krabbeln schließlich selbst durchs Zimmer, um die Kugel zu suchen. Die Katze wird Ihnen interessiert folgen. Schnurrend und mit hocherhobenem Schwanz tänzelt sie vor Ihrem Gesicht hin und her. Leider fallen Sie auf diesen Trick immer wieder herein und streicheln und kraulen sie.

Zufrieden gehen Sie anschließend ins Bett. Mitten in der Nacht beginnt der Spuk. Die Katze jagt plötzlich durch das Zimmer, über das Bett und ist wieder verschwunden. Entsetzt fahren Sie hoch, doch Ihr Liebling spielt nur mit dem leichtsinnigerweise vergessenen Wollknäuel.

Richten Sie sich auf eine unruhige Nacht ein, und beginnen sie mit der Lektüre von Proust`s Romanwerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Dort werden Sie auf den ersten Seiten eine beeindruckende Schilderung finden, wie jemand, der keine Katze hat, auch nicht richtig schlafen kann.

 

Lektion 7:        Vom Streicheln

Eine Katze will immer dann gestreichelt werden, wenn Sie keine Zeit haben. Sie stehen zum Beispiel am Herd und bereiten das Abendessen vor. Der kalte Spargel liegt bereits auf dem Teller, vorsichtig schlagen Sie eine Sauce hollandaise im Wasserbad. Dabei treten Sie einen Schritt zurück – und stolpern über die Katze. Das Wasser schwappt in die Sauce, der Rührbesen fällt herunter, die Katze ist beleidigt !

Verärgert wenden Sie sich wieder dem Topf zu. Die Katze spaziert inzwischen auf der Anrichte herum, kostet von dem Spargel und setzt sich dann bescheiden hin, um gestreichelt zu werden. Doch Sie bemerken die zarte Annäherung nicht. Nur so ist es zu verstehen, dass Sie den Rührbesen ausgerechnet auf das Tier legen. Natürlich empfindet es den nassen Gegenstand als Bedrohung und weicht aus. Der Teller fällt zu Boden.

Es wäre sehr ungerecht, nun die Katze zu beschimpfen. Sie können sich das Missgeschick selbst zuschreiben. Warum haben Sie auch so verkrampft in den Topf geschaut ? Sonst wäre Ihnen bestimmt aufgefallen, dass die Katze Ihre Aufmerksamkeit sucht. Widmen Sie ihr etwas Zeit, während Sie die Scherben vom Fußboden aufsammeln. Ein dankbares Schnurren ist Ihr Lohn !

 

 

 

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Stand: 13. August 2008